|
|
BERNARD BRAUCHLI KLAVICHORD |
Man hat gesagt, C. Ph. E. Bach
spielte [ das Klavichord] in einer unvergleichbaren Art und hatte es lieber als
das Cembalo. Mozart und Haydn besaßen auch ein Klavichord. Das Klavichord ist,
einfach gesagt, einzigartig und verschieden, und das sollte ausreichen, es zu
schützen und seine heutige Präsenz zu rechtfertigen. Seine Dimensionen
verlangen einen kleinen Saal, wo es Vertrauen vermittelt, das Ohr schärft und
die Wahrnehmung verdeutlicht; diese Welt des unendlich Delikaten öffnet sich
auf das unendlich Große.
Journal de Genève (Schweiz), Daniel Robellaz
Schon in seinem Traktat Musica Getutscht (1511),
schrieben Sebastian Virdung und später weitere Theoretiker und Pädagogen, daß
das Klavichord die Basis für das Studium der Klaviertechnik sei. Noch am Ende
des 18. Jahrhunderts sagte Beethoven, daß man die Musikalität eines Künstlers
am besten am Klavichord beurteilen könne. Dank seines außerordentlich präzisen
und direkten Mechanismus erlaubt das Klavichord eine einmalige Herrschaft über
die Tonqualität und bietet unvergleichliche Ausdrucksmöglichkeiten.
Seit dem Anfang der Siebzigerjahre hat sich Bernard
Brauchli in Konzerten, Vorlesungen, Publikationen, Aufnahmen und Unterricht auf
dem europäischen und amerikanischen Kontinent, der Wiederbelebung des
Klavichordes gewidmet. Seine Aufführungen hatten mehrere
Interessenschwerpunkte, die 1993 in einem Internationalen Kongreß über das
Klavichord ihren Höhepunkt fanden. Dieser Kongreß wird nun jedes zweite Jahr
mit Christopher Hogwood in Magnano (Italien) organisiert.
Bernard Brauchli spielt auf verschiedenen Klavichorden,
welche die Entwicklungsetappen des Instruments illustrieren, und bietet
historische Aufführungen alter Musik aus mehr als drei Jahrhunderten.

Peter Kukelka,
Kopie eines süddeutschen gebundenen Klavichordes circa 1680
o
Die Geschichte des Klavichordes
Einführung in die Geschichte des Klavichordes, illustriert durch Musik auf
vier Instrumenten aus verschiedenen Perioden der Entwicklung des Klavichordes.
Instrumente:
-
Kopie eines italienischen Klavichordes, Anonymus, circa 1540 (Museum der
Karl Marx Universität, Leipzig).
-
Kopie eines süddeutschen gebundenen Klavichordes circa 1680
(Kunsthistorisches Museum, Wien)
-
Kopie eines gebundenen Klavichordes von C. G. Hubert, 1782 (Historisches
Museum, Basel)
-
Bundfreies deutsches Klavichord von Egidius Heyne, 1781
Dauer: 80 Min. (20 Min. Vortrag + 60 Min. Musik)
o
Das Klavichord im musikalischen und
sozialen Leben des XV. bis XVIII. Jahrhunderts
Eine kurze Geschichte des Klavichordes und die musikalische und soziale
Rolle des Klavichordes in den verschiedenen europäischen Ländern. Dokumente aus
literarischen Quellen und Diapositiven.
Instrument: Kopie eines Klavichordes aus dem 18. Jahrhundert.
Dauer: 75 Min. (60 Min. Vortrag + 15 Min. Musik)
o
Entwicklungsgeschichte des
Klavichordes, illustriert von bildlichen Darstellungen
Ein Diapositiven-Show von allen iconographischen Quellen über die
Entwicklung des Klavichordes (ca. 60 Minuten).
o
Das Klavichord vom XVI. bis XVIII.
Jahrhundert
Werke von A. Gabrieli, H. Aston, A. Valente, M. R. Coelho, P. Bruna, G.
Frescobaldi, J. J. Froberger, J. S. Bach, C. Ph. E. Bach, W. A. Mozart
o
Klaviermusik aus dem XVIII.
Jahrhundert
Werke von J. S. Bach, G. F. Haendel, C. Ph. E. Bach, J. Haydn, W. A. Mozart
o
Deutsche Klaviermusik aus dem XVIII.
Jahrhundert
Werke von J. Kuhnau, J. Chr. Fr. Bach, J. S. Bach, J. G. Müthel, C. Ph. E.
Bach, D. E. Grothuss
o
J. S. Bach und das Klavichord
o
Die Familie Bach
Werke von J. S. Bach, J. Chr. Fr. Bach, C. Ph. E. Bach
o
Mozart und das Klavichord
o
Mozart und seine italienischen
Zeitgenossen
Werke von D. Cimarosa, B. Galuppi, W. A. Mozart
o
Mozart und seine Portugiesischen
Zeitgenossen
Werke von J. de Sousa Carvalho, Fr. X. Bachixa, J. do Sacramento, W. A.
Mozart
o
Die Kunst der Variation
Werke von A. Valente, J. P. Sweelinck/S. Scheidt, G. Frescobaldi, D.
Buxtehude, C. Ph. E. Bach, G. Fr. Haendel, J. Haydn
o
C. Ph. E. Bach und das Klavichord
o
C. Ph. E. Bach und seine Zeitgenossen
Werke von J. G. Müthel, G. Benda, Fr. Seydelmann, D. G. Türk, C. P. E Bach,
J. Haydn
o
Vom Barock zum Klassizismus
Werke von J. S. Bach, G. Fr. Haendel, J. Haydn, W. A. Mozart, C. Ph. E.
Bach, D. E. Grothuss
o
Portugiesische Klaviermusik aus dem
XVI. bis XVIII. Jahrhundert
Werke von A. Carreira, M. R. Coelho, P. de Araújo, J. Sousa Carvalho, J. do
Sacramento, M. de Santo Elías, J. da Madre de Deus, C. Seixas, Fr. X. Bachixa,
J. J. Baldi
o
Iberische Klaviermusik aus dem XVI.
bis XVIII. Jahrhundert
Werke von S. de Alberto, C. Seixas, A. Soler
o
Iberische Klaviermusik aus dem XVIII.
Jahrhundert
Werke von M. R. Coelho, P. de Araújo, P. Bruna, V. Hervas, J. Cabanilles,
P. Nassarre, C. Seixas, A. Soler

C. Boehmer,
Kopie eines gebundenen Klavichordes
de C. G. Hubert, 1782
Die Interpretation der sechs
Sonaten, die Brauchli ausgewählt hatte, waren absolut wunderbar, brillant, mit
zarten Schattierungen, rhythmisch biegsam und frei, mit Effekten, die immer zum
Höchsten führten was die Musik ertragen konnte - aber nie mehr. Sein Gebrauch
der Bebung in den langsamen Sätzen (das Klavichord ist das einzige
Tasteninstrument, das diesen Effekt erlaubt) war immer diskret und unterstrich
immer etwas in der Musik, das von der Hingabe profitierte, und der Klang
selbst, der in den Händen eines unerfahrenen Musikers ein kleines miserables
Wimmern sein kann, war viel packender als man erwarten könnte, und reich an
hunderten Färbungen zwischen zart und zärter.
Boston
Globe (U.S.A.), David St. George
Es gab etwas tief rührendes in
dem konzentrierten Schweigen des Publikums in der dumpfen Kirche, seinen zarten
Klängen zuzuhören. Brauchli schuf eine erstaunlich raffinierte Mannigfaltigkeit
in der Musik, mit Echo Effekten und witzigen Artikulationen.
Express (San Francisco, U.S.A.)
Der Musiker fesselte sein Publikum in einfacher und
klarer Weise nicht nur in seinen Vorlesungen sondern auch bei seinen
Interpretationen. In kurzer Zeit konnte
man den Zauber, die Nuancen und den Ausdruck des Klavichordes bewundern,
besonders wenn diese Musik mit der Meisterschaft, Zärtlichkeit und warmherzigen
Begeisterung von Bernard Brauchli gespielt wird.
24 Heures
(Lausanne, Schweiz), George Creux
Brauchli ist nicht nur ein erfahrener
Musikwissenschaftler. Er ist auch ein faszinierender Musiker, der seinen
Vortrag mit wunderbaren Ausführungen einer Reihe von wertvollen Werken illustrierte,
die er mit immensem Talent und musikalischer Feinheit auszudrücken wußte.
Heraldo de Aragón (Zaragoza,
Spanien), J. Aranda
Bernard Brauchli weiß einfach zu sprechen und raffiniert
zu spielen. Maßvoll versteckt er die Schwierigkeiten, die diese „Büchse der
Pandora“ einem Künstler stellen kann. Ich wurde verführt wie der romantische
Dichter, der schrieb, daß „mein Klavichord so sanft wie mein Herz atmet“.
24 Heures
(Lausanne, Schweiz), Jean-Jacques Huber